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Effektive Brainstorming-Techniken

Effektive Brainstorming-Techniken

Veröffentlicht von Michael Gaylord am 23 Januar 2017

Veröffentlicht von Michael Gaylord am 23 Januar 2017

Brainstorming ist eine der besten Formen, um alleine oder in einer Gruppe Ideen zu sammeln und Probleme zu lösen. Nichts kann den freien und improvisierten Gedankenfluss ersetzen, aber eine gewisse Vorbereitung ist dennoch notwendig. Hier findet ihr ein paar Tipps und Techniken, um mit Brainstormings optimale Ergebnisse zu erzielen.

Gezielt und methodisch Ideen sammeln

Wenn ihr in einem Team Ideen in Form eines Brainstormings sammeln wollt, aber keine Erfahrung darin habt, ist Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg. Denkt bereits vor dem Brainstorming an eine Strategie und recherchiert das Thema, lasst euch jedoch auch von eurer Umgebung inspirieren. Verwendet Evernote, um alle möglichen Ideen zu sammeln, die euch im Laufe des Tages so einfallen. Das kann im Zug auf dem Heimweg von der Arbeit, beim Pilates oder beim Zeitunglesen sein.

Das Eis vor dem Brainstorming brechen

Beim Ideensammeln ist es meistens so, dass sich lediglich ein paar Teilnehmer aktiv beteiligen und die anderen nur sprechen, wenn sie dazu aufgefordert werden. Um das Eis zu brechen und alle im Raum zur Teilnahme zu motivieren, stellt zu Beginn eine Frage wie „Erzähl uns doch etwas von dir, was die anderen erstaunen wird.“. Damit nehmt ihr die Spannung aus der Situation. Durch die Antworten können sich Teilnehmer schnell näher kennenlernen und Verbindungen aufbauen. So fühlen sich Teilnehmer sicher und willkommen, was für ein effektives Brainstorming ganz wichtig ist.

Erinnert die Gruppe (oder euch selbst, falls ihr alleine arbeitet) daran, jeder Idee mit Respekt zu begegnen und positiv zu bleiben, anstatt ungewöhnliche Ideen sofort abzulehnen. Wenn ihr in einer Gruppe arbeitet, legt Zeitlimits fest, damit jeder seine Ideen einbringen kann. Die Funken neuer Ideen sollen fliegen. Geht bei den einzelnen Ideen aber nicht zu sehr ins Details, um den Ideenfluss der Gruppe nicht zu unterbrechen.

Nachdem ihr die Grundlage geschaffen habt, stellt das Problem oder die Herausforderung ganz klar vor. Fragt die Gruppe: „Wie sieht Erfolg aus?“. Nehmt euch etwas Zeit, um herauszufinden, was eure Mitbewerber machen und welche dieser Ideen es wert sind, übernommen zu werden.

Statt nach Antworten zu suchen, könnt ihr die sogenannte Starbursting-Technik einsetzen, bei der Fragen zu weiteren Fragen führen. Wenn ihr zum Beispiel an ein neues Produkt denkt, können Fragen wie „Welche Funktionen sollten wir einbauen?“ oder „Wer wäre unser Kunde?“ zu neue Ideen unter den Brainstorming-Teilnehmern führen.

Jeff Sanders, ein führender Produktivitätscoach, Evernote-Nutzer und Autor des Amazon-Bestsellers zum Thema Produktivität The 5 AM Miracle: Dominate Your Day Before Breakfast hält immer ein Notizbuch bereit, um Geistesblitze beim Brainstorming sofort festhalten zu können. „Ich plane gezielt Zeit für kreatives und lösungsorientiertes Brainstorming ein“, erklärt er. „Ich konzentriere mich gerne in einem Zeitraum von 30 bis 60 Minuten ausschließlich darauf, eine Frage zu beantworten, um ein bestimmtes Problem in meinem aktuellen Projekt zu lösen. Ich halte jede neue Idee in einer neuen Notiz fest, um den ganzen Denkprozess zu dokumentieren.“

Alle zur Teilnahme motivieren

Damit alle Teilnehmer zu Wort kommen, haltet Zeitlimits ein und vermeidet langwierige Diskussionen. Außerdem könnt ihr auch folgende Techniken einsetzen:

  • Erstellt eine Mind-Map. So könnt ihr eure Ziele, Aufgaben oder Herausforderungen visualisieren und analysieren. Verwendet einfach Papier und Stift oder eine der vielen verfügbaren Mind-Map-Apps. Ihr könnt aber auch eine Notiz erstellen, um Ideen im Handumdrehen festzuhalten und damit die Gedanken der Gruppe visuell darzustellen.
  • Schreibt eure Ideen auf. Regt die Teilnehmer dazu an, ihre Ideen auf ein Blatt Papier zu schreiben. Wenn ihr ein Zeitlimit festlegt und die Ideen anonym abgegeben werden können, ist weniger Zeit, um anzugeben oder um sich zu sorgen, was die anderen von der Idee halten könnten.
  • Reihum-Methode. Die Gruppe stellt sich in einem Kreis auf. Reihum sagt jede Person eine Idee zum vorgegebenen Thema. Der Moderator nimmt die Vorschläge auf. Die Ideen werden jedoch erst besprochen, nachdem jeder seinen Beitrag geleistet hat.
  • Stufenleiter. Diese Technik ist nützlich, wenn ihr Anführer in eurer Gruppe habt, die die Diskussion übernehmen würden. Ihr nennt der Gruppe als Moderator das Thema und alle bis auf zwei Teilnehmer verlassen den Raum. Diese beiden besprechen nun ihre Ideen. Anschließend kommt ein weiteres Gruppenmitglied dazu und präsentiert seine Idee. Danach erklären die ersten beiden die zuvor besprochenen Ideen. Dieser Ablauf wird wiederholt, bis alle wieder im Raum sind und alle Ideen gemeinsam diskutieren.
  • Ideen weitergeben. Gebt jedem Teilnehmer 30 Sekunden, um eine Idee auf ein Blatt Papier zu schreiben. Danach wird das Blatt an die nächste Person weitergegeben, die dann ihre Ideen hinzufügt. Lasst jede Idee so lange weiterreichen, bis jeder seine Meinung abgeben konnte. Indem wir Ideen anderer Personen sehen, entstehen neue Ideen. Dies schriftlich anstatt mündlich zu machen, hilft schüchternen Gruppenmitgliedern. Das ist eine weitere Möglichkeit, wie sich Teilnehmer mit Ideen beteiligen können und ihr eure Brainstorming-Ideen in einem Notizbuch in Evernote erfassen könnt.

Für eine lockere Atmosphäre sorgen

Gestaltet die Brainstorming-Sitzung unterhaltsam und motivierend, indem ihr einen besonderen Ort auswählt. Ein Ortswechsel hilft dabei, sich Ideen einfacher visuell vorzustellen, sich in neue Rollen einzufühlen und Höchstleistungen zu erbringen. Hier einige Ideen dazu:

  • Externer Veranstaltungsort. Überlegt euch einen ganz besonderen Ort für die Sitzung, wie den Konferenzraum im Zoo, ein Museum oder ein Theater in der Nähe. Ein Ort außerhalb der normalen Arbeitsumgebung kann das Enstehen von neuen Denkansätzen fördern.
  • Lasst eurer Kreativität freien Lauf. Fordert die Teilnehmer auf, ihre Ideen nicht verbal auszudrücken, sondern zu zeichnen oder zum Beispiel mit Knetmasse oder gefundenen Objekten zu formen. Fotografiert die so entstandenen Ideen dann. Oder schickt die Gruppe auf eine 10-minütige Web-Schnitzeljagd mit Evernote Web Clipper und lasst euch überraschen, welche verborgenen Schätze dabei zutage treten.
  • Rollenspiel. Dreht die Argumentation um und lasst Teilnehmer gegenteilige Meinungen vertreten. Oder regt die Gruppe dazu an, sich in andere Standpunkte zu versetzen. „Wie würde ein Fünfjähriger darauf reagieren?“ oder „Was würde Luke Skywalker tun?“ sind gute Fragen, um den Ideenfluss anzuregen.
  • Kümmert euch um Randthemen. Probiert die Technik  „Edgecraft“ von Seth Godin aus. Konzentriert euch nicht auf eurer Hauptgeschäft, zum Beispiel den Vertrieb von Flugtickets, sondern brainstormt zu Punkten, die am Rand eures Geschäftsbereichs liegen. Zum Beispiel könnte ihr besprechen, welche besonderen Snacks ihr während der Flüge ausgeben könntet. So erkennt ihr Probleme mit einem Blick von außen nach innen.

Den Schwung beibehalten

Jeff Sanders erklärt: „Nach einem Brainstorming gehe ich die Ideen durch und picke die besten heraus, um sie dann in einem projektspezifischen Notizbuch zu speichern.“

Um den Schwung nicht zu verlieren, bittet die Gruppe, weiter Ideen zu sammeln. Alleine oder in kleinen Gruppen. Was auch immer ihnen noch einfällt, wenn sie wieder zurück am Schreibtisch sind: neue Ideen, Skizzen und Webartikel.

Ausdauer ist wichtig. Vergewissert euch, dass Mitarbeiter, die für die Ergebnisse nach dem Brainstorming verantwortlich sind, dieser Rolle und den Erwartungen des Teams auch entsprechen. Seht nach, wie es an bestimmten Meilensteinen um die Einführung einer neuen Idee steht. Wenn eure Gruppe an einem Punkt nicht weiterweiß, könnt ihr jederzeit eine neue Brainstorming-Sitzung einberufen.

Tipps, wie ihr Evernote beim Brainstorming optimal einsetzen könnt

  • Bereitet euch für das Brainstorming vor, indem ihr eine Notiz erstellt, in der ihr Ideen festhalten und Fotos speichern könnt.
  • Speichert Artikel, Bilder und Videos aus dem Internet mithilfe von Web Clipper.
  • Sucht nach Mind-Map-Apps, die ihr in Evernote integrieren könnt. Zum Beispiel: ConceptDraw MINDMAP.
  • Wenn euer Team Evernote nutzt, fordert eure Gruppe auf, ihre auf Papier notierten Ideen in Evernote zu übertragen und für das Team freizugeben. Dieser Input kann Teil eures Brainstorming-Notizbuchs werden.
  • Erstellt ein freigegebenes Notizbuch für Ideen nach dem Brainstorming. Dort kann euer Team neue Ideen, Skizzen, Bilder und Webinhalte hinzufügen, die nach der Gruppensitzung zum Vorschein kommen.

Nach dem Brainstorming ist vor dem Brainstorming. Beendet Sitzungen, indem ihr allen Teilnehmern dankt. Echt gemeinte Anerkennung führt dazu, dass sich Teilnehmer über ihre geleisteten Beiträge freuen. Und dies ist auch die Basis für positive und produktive Brainstorming-Sitzungen in der Zukunft.

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