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Konzentrierter arbeiten dank der Feynman-Technik

Konzentrierter arbeiten dank der Feynman-Technik

Veröffentlicht von Taylor Pipes am 11 August 2017

Veröffentlicht von Taylor Pipes am 11 August 2017

Habt ihr einen Kollegen, der mit Fachbegriffen nur so um sich wirft, oder einen Lehrer, der Sachverhalte eher unverständlich erklärt?

Dann seid ihr nicht die einzigen! Die Feynman-Technik ist eine Lehr- und Kommunikationsmethode, mit der Informationen über präzise Ideen und eine einfache Sprache vermittelt werden können. Diese Technik leitet sich aus der Lerntechnik von Richard Feynman ab, die er als Student an der US-Universität Princeton entwickelte. Die Methode ist eine Art Aufschlüsselung seiner persönlichen Gedankenabläufe. Feynman ist ein Pionier im Bereich der Quantenelektrodynamik und wird als einer der größten Physiker aller Zeiten angesehen.

Die Feynman-Technik besteht aus den folgenden Schritten:

  1. Wählt ein Fachgebiet aus.

Schreibt alles auf, was ihr über dieses Thema wisst. Wenn ihr dann auf neue Informationsquellen stößt, fügt sie zur Notiz hinzu.

  1. Erklärt den Sachverhalt einem Kind.

Wenn ihr ein bestimmtes Thema einem Kind beibringen könnt, seid ihr schon einen Schritt voraus.

Beginnt mit einer leeren Notiz und schreibt das Thema oder Fachgebiet auf, das ihr gerne lernen möchtet. Haltet dann alles fest, was ihr darüber wisst. Dabei solltet ihr alles in ganz einfachen Worten und so verständlich formulieren, als würdet ihr es einem Kind erklären.

Dabei solltet ihr Folgendes beachten:

Keine Fachausdrücke: Kinder verstehen Fachsprache oder Erklärungen mit schwierigen Wörtern nicht. Die Wissenschaftssprache besteht zum Großteil aus komplexer Terminologie, daher sind Feynmans Diagramme auch so hilfreich. Darin illustriert er nämlich Sachverhalte, die andere Wissenschaftler in Marathonvorträgen erklärten.

Wenn wir die Fachsprache weglassen, können wir uns nicht hinter Begriffen verstecken, die wir nicht erklären können. Aufgeblasene Konzepte und Business-Jargon hindern uns daran, das Thema auf den Punkt zu bringen und anderen Wissen zu vermitteln.

In der Kürze liegt die Würze: Aufgrund der begrenzen Aufmerksamkeitsspanne von Kindern müsst ihr eure Konzepte so schnell und präzise vorbringen, als ob ihr eure Business-Idee in einer kurzen Fahrt im Aufzug erklären müsstet. Da solltet ihr beim Thema angelangt sein, bevor sich die Tür öffnet. Kinder verfügen nicht über die Fähigkeit oder geistige Fassungskraft, um einem Gedankengang zu folgen, der länger dauert.

Wenn es euch schwerfällt, eure Gedanken in der Notiz festzuhalten, zeigt das, dass ihr noch einiges dazulernen müsst. An dieser Stelle kann euch auch eure Vorstellungskraft dabei helfen, Lernerfolge zu erzielen.

Für Feynman war gerade dieser erste Schritt das, was ihm an der Wissenschaft so gefiel: das Entwirren der verschiedenen Ebenen seiner Erkenntnisse.

  1. Identifiziert eure Wissenslücken.

An dieser Stelle kommen wir zum Lernprozess. Was fehlt euch? Was wisst ihr noch nicht?

Indem ihr Wissenslücken erkennt, könnt ihr eure Notizen besser ordnen und organisieren und in einen Zusammenhang bringen (dazu kommen wir noch im nächsten Schritt). Jetzt könnt ihr euer Ausgangsmaterial (Mitschriften, Ideen usw.) verwenden, wenn ihr euch fragt, wie viel ihr eigentlich über das Thema wisst.

Wenn ihr etwas nicht wisst, schlagt es nach. Seht euch das Ausgangsmaterial an und sammelt Informationen, mit denen ihr die Lücken füllen könnt.

  1. Organisiert Informationen, vereinfacht die verwendete Sprache und bringt alles in einen Zusammenhang.

Verbindet die einzelnen Erkenntnisse und stellt die Zusammenhänge her. Verwandelt eure Notizen in eine präzise Erklärung, indem ihr die wichtigsten Bestandteile des Themas verknüpft.

Lest euch diese Erklärung selbst laut vor und stellt euch dabei vor, dass ihr im Klassenraum vor Schülern sprecht. Dabei werdet ihr merken, wann das Ganze nicht mehr einfach und unkompliziert klingt. Wenn ihr an einer Stelle etwas strauchelt, könnte es ein Zeichen dafür sein, dass euer Gedankengang noch nicht ganz ausgereift ist.

Verwendet Analogien und einfache Sätze, um eure Erklärung leicht verständlich zu machen.

Der folgende Satz von Feynman drückt die Stärke seiner Technik aus. Was als Frage über unsere Existenz begann, wurde in einen Satz verpackt und ist für einen 14-Jährigen verständlich.

„Alle Dinge bestehen aus Atomen – kleinen Teilchen, die sich ewig bewegen, einander anziehen, wenn sie etwas Abstand haben, jedoch abstoßen, wenn sie gegeneinandergedrückt werden.“

Feynman drückt damit aus, dass das grundlegendste wissenschaftliche Konzept für Physik-Laien die Tatsache ist, dass alles aus Atomen besteht. In einem einfachen Satz vermittelt Feynman die Grundlage unseres Universums. Das ist eine Masterclass nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Verfasser von Texten jeder Art. Bringt die Hypothese in so wenigen Worten wie möglich auf den Punkt und vermeidet dabei schwerfällige oder weitschweifige Sprache.

Dinge für die Ewigkeit lernen

Wenn ihr das nächste Mal eine leere Seite in einer Notiz vor euch habt, seht sie als Change. Diese Technik soll euch beim Lernen für Prüfungen und dem Aneignen neuer Themenbereiche unterstützen, aber sie kann auch ganz einfach angepasst werden und für hochkonzentriertes Arbeiten eingesetzt werden. Wählt dazu ein Notizbuch als einen Ort aus, an dem ihr euer Wissen ausbauen könnt, sich eure Ideen weiterentwickeln und ihr Inspiration erhält, um dem kontinuierlichen Lernen treu zu bleiben, das eine so wichtige Grundlage für tiefgehende und bedeutende Arbeit ist.

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