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Frauen bei Evernote zum Thema Gleichberechtigung in der Technologiebranche

Frauen bei Evernote zum Thema Gleichberechtigung in der Technologiebranche

Veröffentlicht von Pamela Rosen am 24 April 2017

Veröffentlicht von Pamela Rosen am 24 April 2017

Wie schwer es Frauen in der Technologiebranche – und vor allem in Silicon Valley – haben, hat diesen Monat Schlagzeilen gemacht. Es ist kein Geheimnis, dass Frauen, die im Bereich Wissenschaft, Technologie, Technik oder Mathematik tätig sind, um Gleichberechtigung und Respekt kämpfen müssen. Vor allem Silicon Valley ist bekannt dafür, dass Frauen meist nicht die gleichen Karrierechancen wie Männer haben. Gleichzeitig fehlen jedoch technisch ausgebildete Mitarbeiter, um alle offene Stellen zu besetzen.

Auch wir sind ein Technologieunternehmen in Silicon Valley und haben uns zum Anlass des Women’s History Month letzten Monat mit drei weiblichen Evernote-Führungskräften im Technologiebereich getroffen: Kathryn Koehler, Chantal Leonard und Kara Hodecker. Alle drei besetzen wichtige Stellen im Unternehmen und haben uns viel zu erzählen über Frauen in der Technologiesparte, ihren Werdegang und ihre Work-Life-Balance.

„Mich überrascht gar nichts mehr“

Kathryn Koehler muss erst kurz überlegen, als wir sie nach den ihr unterstellten Mitarbeitern fragen. Es seien ihr derzeit 18 direkt unterstellt, aber insgesamt seien es 40 Personen, erklärt sie kurz darauf. Ihre Gruppe arbeitet an Anwendungen für Web, Mobilgeräte und Desktops und ist Teil einiger Komponententeams.

Sie hat sich ihre Rolle schwer verdient. Kathryn wollte eigentlich Rennfahrerin werden. Sie studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt auf Fahrzeugtechnik. Nach 2,5 Jahren in der Automobilindustrie wechselte Kathryn dann zur Technologie. Sie war damals eine der wenigen Windows-Entwicklerinnen. „Es gibt ein Vorurteil, dass man ein Mann eines bestimmten Alters sein muss, um Code für die Windows-Plattform zu schreiben. Aber diese Beschreibung passt nicht zu mir.“

„Wann erreichen wir die Gleichberechtigung? Wenn man nicht mehr von uns erwartet, uns wie Männer zu verhalten, um erfolgreich zu sein.“

Kathryn findet es schade, dass so viele talentierte Frauen aus dem Arbeitsleben ausscheiden, anstatt für eine angemessene Work-Life Balance zwischen Arbeit und Kindern zu kämpfen. „Diese veralteten Ideen führen dazu, dass die Hälfte einer Generation mit ihrer Intelligenz und Kreativität am Arbeitsmarkt fehlt. Viele wollen sich diesen Kampf einfach nicht antun.“

„Wir müssen uns gegenseitig unterstützen“

Kara Hodecker leitet bei Evernote das Design für Desktop, Mobilgeräte und Web. Ihre Karriere begann am Rochester Institute of Technology, wo sie New Media Design studierte. „Es war eine Mischung aus Grafik- und Webdesign mit ein wenig Programmierung. Die Ausbildung hat mir den Weg für viele potenzielle Karrieren geebnet. Ich habe dort verschiedenste Dinge gelernt und dann meinen ersten Job im Bereich Webdesign gefunden.“ Kara kam 2011 zu Yahoo und war dort auch zum ersten Mal am Design eines Produkts beteiligt. Obwohl es vielen Frauen schwerfällt, in der Technologiebranche Fuß zu fassen, sieht Kara den Bereich Design als eine für Frauen aufgeschlossenere Sparte. Sie glaubt, dass Geschlechterstereotypen hier nicht so tief verwurzelt seien, da das Produktdesign eine etwas neuere Disziplin ist.

Karas positive Energie schwankt ein wenig, wenn sie an die Zeit bei einem früheren Arbeitgeber zurückdenkt. „Ich hielt eine Präsentation vor lauter Männern“, erinnert sie sich. „Während ich sprach, spielten sie an ihren Handys rum oder sprachen mit Kollegen. Bei männlichen Vortragenden war das nie so. Sie hörten mir überhaupt nicht zu. Das war wirklich schlimm. Ich versuchte dann, ihre Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken, aber sie meinten dann nur, dass sie ja bloß Spaß machten. Das war einer der Hauptgründe, warum ich mir einen anderen Job suchte.“

„Es ist wichtig, Stellung zu beziehen. Aber welche Abstriche muss man dafür in seiner Karriere machen? Das ist ein schwieriges Thema und nicht alle können so ein Risiko überhaupt eingehen.“

„Es gab keine Andeutungen, dass man sich an Geschlechterrollen zu halten hatte“

Chantal Leonard ist sich der Herausforderungen bewusst, auf die Frauen stoßen, sie ist jedoch mit ihrer Laufbahn als Frau im Technologiesektor zufrieden. Sie kann zwar nicht selbst aus Erfahrung sprechen, aber trotzdem gut nachempfinden, dass viele Frauen noch immer gegen eine von Vorurteilen geprägte Atmosphäre ankämpfen müssen.

„An der Universität wurde ich ein paar Mal gefragt, warum ich Informatik studierte. Man ging ein wenig davon aus, dass ich das Studium nicht fertig machen würde“, erinnert sie sich. „Aber das hat mich nur noch mehr in meinem Vorhaben bestärkt, auch wenn mir die ersten paar Jahre ziemlich schwerfielen.“

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Als Chantal später eine Vollzeitstelle annahm, fand sie sich in einer ungewöhnlichen Situation wieder: Alle ihre Vorgesetzten waren Frauen. „Es war nicht so, als ob ich etwas Außergewöhnliches machen würde“, erzählt sie. „Die Arbeit in der Technologiebranche war für mich etwas Erreichbares, weil ich so viele tolle Beispiele hatte. Ich hatte immer weibliche Vorgesetzte, die es mir leichter machten, mich selbst in einer Führungsposition zu sehen. Meine Erfahrung weicht von der anderer Frauen im Technologiesektor ab.“

Heute weiß Chantal genau, was sie ihr restliches Leben machen möchte. Sie hat ein Zuhause gefunden, wo sie an Technologietrends für Kunden arbeiten kann. „Hier kann ich voll aufblühen“, fügt sie hinzu. „Ich habe das Handwerk des Produktmanagers erlernt und ich glaube, einige Fähigkeiten zu haben, die mich effektiver arbeiten lassen, zum Beispiel meine Liebe zum Detail und mein kundenorientierter Ansatz.“

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